22 | 02 | 2012

Fachausbildung Ausschreibung

21. August 2012 - 11. Juni 2013

Anmeldeschluss:
Kurskosten:
Anzahl Teilnehmende:

26. Juni 2012
CHF 3'900.00

Maximal 24

Für Fragen wenden Sie sich bitte an:

Frau Rose Nigg, Präsidentin SVA
Tel. 044 937 28 00
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Seit über zehn Jahren bietet die ZHAW (und Vorgängerinstitutionen) die einzige vollumfängliche Ausbildung für diesen wichtigen Fachbereich an, der aus dem Leistungsangebot der sozialen Dienste der Kantone und Gemeinden nicht mehr wegzudenken ist.

Zielgruppe
Die Ausbildung richtet sich an Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeiter in der Alimentenhilfe, die mindestens ein halbes Jahr Praxis in diesem Bereich haben.

Ziele
Die Ausbildung qualifiziert für die theorie- und fallbezogene Realisierung und Evaluation der selbständigen Fallführung im Alimenteninkasso und in der Alimentenbevorschussung. Sie verbessert die personale und fachliche Kompetenz und qualifiziert die Teilnehmenden für ein professionelles Tätig-keitsprofil in der Alimentenhilfe. Lernziele sind zu jedem Kapitel formuliert.

Struktur
Die Ausbildung erfolgt in zwei Teilen. In Teil 1 werden mehrheitlich theoretische Grundlagen vermittelt unter Einbezug konkreter, praxisbezogener Fallbeispiele. Teil 2 baut auf diesen Grundlagen auf und vermittelt vertiefte Kenntnisse über weitere – für das Alimentenwesen wesentliche – Gesetze, Verordnungen und internationale Abkommen sowie deren Anwendung. Zudem werden Mittel und Techniken für eine effiziente und fruchtbare Durchführung von Beratungs- und Konfliktgesprächen eingeübt. Zur Vorbereitung des jeweiligen Lernstoffes werden den Teilnehmenden vor den Seminaren themenbezogene Fallübungen zur Lösung übermittelt.

Die Ausbildung umfasst 18 themenbezogene Seminartage, davon acht in Teil 1 und zehn in Teil 2. Für das Selbststudium zur Verarbeitung der theoretischen Grundlagen und als Vorbereitung auf das jeweilige Seminarthema, zur Erarbeitung von Falllösungen sowie zur Auseinandersetzung mit Gesetzen und Verordnungen entsteht nochmals ein gleich grosser Zeitaufwand.

Der Zeitabschnitt zwischen den beiden Programmteilen dient der Umsetzung und der Festigung des Lernstoffes von Teil 1 in der Praxis.


Kursprogramm Teil 1 (2012)

Organisation der Alimentenhilfe

  • Begriffe und gesetzliche Grundlagen
  • Aufgabenteilung zwischen Bund, Kanton und Gemeinde
  • Durchführung der Alimentenhilfe

Gesetzgebungen der teilnehmenden Kantone für die Alimentenbevorschussung

  • Inhalte
  • Begriffsinterpretation

Massgebende Rechtstitel für Unterhaltsbeiträge

  • Zivilrechtliche Grundlagen
  • Rechtstitel: Arten, Bedeutung, Form und Inhalt, Wirkung und Abänderbarkeit
  • Rechtskraft und Vollstreckbarkeit

Dozentin: Charlotte Christener-Trechsel

Auftragserteilung

  • Wer ist auftrags- und antragsberechtigt?
  • Örtliche Zuständigkeit
  • Form und Inhalt des Auftrags
  • Problembereiche
  • Geheimhaltungs- und Auskunftspflicht/Aktenedition/Zeugenaussagen
  • Verantwortlichkeit

Dozent: Albert Guler

Vollstreckung von Unterhaltstitel/Gütliches Inkasso

  • Inhalt des ersten Briefes an Schuldnerin oder Schuldner bei Inkasso und Bevorschussung
  • Zahlungsvereinbarung
  • Stundung
  • Schuldanerkennung
  • Lohnzession

Rechtliches Inkasso

  • Voraussetzungen für die Einleitung einer Betreibung
  • Grundlegende Überlegungen vor Einleitung einer Betreibung
  • Besonderheiten im Alimentenwesen

Einleitung einer Zwangsvollstreckung

  • Das Betreibungsbegehren
  • Interpretation des Zahlungsbefehls
  • Wahl des richtigen Verfahrens

EInleitung einer Zwangsvollstreckung

  • Rechtsöffnungsverfahren
  • Ordentliches Verfahren
  • Fortsetzungsbegehren

Fortsetzung einer Zwangsvollstreckung

  • Pfändungsurkunde und ihre Interpretation
  • Lohnpfändung
  • Ermittlung des Existenzminimums
  • Rechtsmittel, Beschwerde
  • Verwertungsbegehren
  • Verlustschein
  • Konkursverfahren
  • Fristenwahrung

Dozentin: Sylvia Nafz

Gespräche führen (in zwei Gruppen)

  • Kommunikation erleben
  • Grobe Fehler im Beratungsgespräch erkennen
  • Aktives Zuhören
  • Vorurteile
  • Schwierige Situationen im Beratungsgespräch
  • Arbeitstechnik und Umgang mit Belastung

Dozent: André Angstmann


Kursprogramm Teil 2 (2013)

Spezielle Fragen zum SchKG, 1. Teil

Die Teilnehmenden kennen Sinn und Zweck
a) des Existenzminimums, seiner Richtlinien und seiner praktischen Ermittlung,
b) der Einrede wegen mangelnden neuen Vermögens und die Grundzüge des Verfahrens,
c) des Freigabe- und Widerspruchsverfahrens sowie Hinweise auf Risiken, Einholen von rechtlicher Beratung, ohne detaillierte Ausführungen zu Inhalt und Verfahrensfragen,
d) der SchKG-Beschwerden, besonders gegen Pfändungsvollzug und Pfändungsurkunde, und sie kennen die Grundzüge des Beschwerdeaufbaus.

Sicherungsmittel und Anfechtungsklage

Die Teilnehmenden wissen Bescheid über Möglichkeiten, Sinn und Zweck, Voraussetzung und Wirkung (inkl. Verfahrensablauf) der vier folgenden Sicherungsmittel und kennen Form und Inhalt der Begehren:
a) Arrest
b) Anweisung an die Schuldner gem. Art. 132 und 291 ZGB
c) Sicherstellung gem. Art. 132 und 292 ZGB
d) Anfechtungsklage

Spezielle Fragen zum SchKG, 2. Teil

Die Teilnehmenden kennen die Einleitung des Verfahrens und die Rechte des Gläubigers bei:

a) Grundstücksverwertung
b) Mithaftung des Ehegatten des Schuldners aus Güterrecht
c) Pfändung von Erbansprüchen des Schuldners

Dozentin: Sylvia Nafz

Verwaltungsrecht

Die Teilnehmenden erhalten einen Überblick über die zentralen Institutionen des allgemeinen schweizerischen Verwaltungsrechts. Sie haben Kenntnisse der wichtigsten Prinzipien

  • des Staats- und Verwaltungsrechts
  • des Verfahrensrechts
  • der Verwaltungsrechtspflege

und können diese bei der Alimenten-Bevorschussung anwenden. Der Schwerpunkt liegt auf den in der Alimentenhilfe bedeutenden verwaltungsrechtlichen Erlassen und aktuellen Gerichtsentscheiden.
Die Teilnehmenden werden für die verwaltungsrechtlichen Aspekte ihrer alltäglichen Arbeit sensibilisiert und erhalten Lösungsanleitungen für praktische Fragestellungen.

Dozent: Christian Mäder

Spezielle Instrumente aus OR/SchKG/ZPO/StPO

Die Teilnehmenden kennen die Bedeutung und Wirkung

a) von Fristen, insbesondere den Unterschied von Verjährung und Verwirkung, und von erstreck-baren Fristen,
b) der Abtretung von Erwerbseinkommen (Lohnzession), deren Zulässigkeit und die gesetzlichen Schutzbestimmungen,
c) der Straftatbestände gem. Art. 217 StGB (Vernachlässigung von Unterstützungspflichten) und des Pfändungsbetrugs,
d) der Zahlungsanrechnung gem. OR 85?87 und z.B. § 39 VO JHG Kt. ZH bei Alimenten-Bevorschussung.

Dozent: Martin Röhl

Auslandinkasso

Die Teilnehmenden haben Kenntnisse über die Existenz der verschiedenen anwendbaren inter-nationalen Abkommen und die Grundzüge ihrer Anwendung. Sie kennen die Voraussetzungen und die Abläufe für die Einleitung und Durchführung der Rechtshilfeverfahren.

Dozentin: Sandra John

Querbezüge zur Sozialhilfegesetzgebung und zum Sozialversicherungsrecht bei der Alimenten-Bevorschussung und dem -Inkasso

Die Teilnehmenden haben einen Überblick über den Anwendungsbereich
a) des Sozialhilferechts
b) der Kleinkindbetreuung des Kantons Zürich (KKBB)
c) der AHV/IV
d) der Ergänzungsleistungen zur AHV/IV
e) der Arbeitslosenversicherung
f) des BVG im Zusammenhang mit Art. 285 ZGB
g) der Familienzulagen

Dozent: Uwe Koch

Steuerrecht

Die Teilnehmenden kennen die wichtigsten Begriffe und können die Einkommens- und Vermögens-grenzen für die Bevorschussung in Anlehnung ans Steuerrecht korrekt berechnen.

Dozent: Rolf Benz

Beratungs- und Konfliktgespräche (in zwei Gruppen)

Die Teilnehmenden kennen Mittel und Techniken für eine effiziente, fruchtbare Zusammenarbeit mit z.B. Behörden, Anwälten und Klienten und können mit Beschwerden und Angriffen gegen die eigene Person umgehen.

Dozent: André Angstmann


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